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Haftanstalten erneut über Belegungsgrenze

Redaktionelle Szene zum Thema „Haftanstalten erneut über Belegungsgrenze“

Österreichs Justizanstalten sind wieder überbelegt. Mit Stichtag 1. Juni waren nach Angaben des Justizministeriums 9124 Menschen in Haft, bei 8422 verfügbaren Plätzen entspricht das einer Auslastung von 108,34 Prozent. Seit Februar ist die Zahl damit weiter gestiegen.

Zusätzlich zu den Häftlingen befanden sich 972 weitere Personen wegen psychischer Erkrankungen in psychiatrischen Krankenhäusern oder im elektronisch überwachten Hausarrest. Die offizielle Statistik macht damit deutlich, dass der Druck auf den Strafvollzug nicht nur die regulären Haftanstalten betrifft, sondern auch die ersatzweisen Unterbringungsformen.

Besonders angespannt ist die Lage in der Justizanstalt Münnichplatz. Dort sind nach den Angaben des Ministeriums wegen der Überlastung zusätzliche Betten in den Hafträumen aufgestellt. Solche Provisorien verschärfen die Bedingungen im Alltag des Vollzugs und erhöhen den organisatorischen Aufwand für das Personal.

Die steigenden Belagszahlen sind für den Strafvollzug vor allem deshalb heikel, weil sie die ohnehin knappe Kapazität weiter aufzehren. Schon ein kleiner zusätzlicher Zuwachs kann dazu führen, dass Haftplätze umverteilt oder Räume kurzfristig adaptiert werden müssen. Für die Justizanstalten bedeutet das mehr Druck bei Betreuung, Sicherheit und Unterbringung.

Der aktuelle Stand unterstreicht, dass der Strafvollzug in Österreich an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Die Zahl der Insassen liegt inzwischen klar über der offiziell angegebenen Belagsfähigkeit, und auch die Ausweichlösungen für psychisch erkrankte oder elektronisch überwachte Personen sind stark beansprucht.

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