Im Stift Klosterneuburg ist die Jahresausstellung „Karten auf den Tisch“ eröffnet. Im Mittelpunkt stehen Landkarten und die Geschichten, die sich mit ihnen verbinden – von Reisen und Entdeckungen bis zu der Frage, wie Karten die Welt ordnen und darstellen.
Die Schau stellt dabei nicht nur historische Karten in den Vordergrund, sondern auch ihren Einfluss auf das Verständnis von Geografie und Geschichte. Eine Karte ist demnach nie bloß ein neutrales Abbild, sondern immer auch eine Entscheidung darüber, was sichtbar gemacht und was in den Hintergrund gerückt wird.
Ein zentrales Thema ist der Eurozentrismus. Wenn eine dreidimensionale Weltkugel auf eine zweidimensionale Karte übertragen wird, entstehen Verzerrungen. Welche Region im Zentrum steht, verändert den Blick auf die Welt deutlich: Wird Europa in die Mitte gesetzt, wirkt etwa Afrika kleiner, Russland hingegen länger.
Die Ausstellung greift damit auch die kulturelle Bedeutung von Karten auf. Sie dienten nicht nur zur Orientierung, sondern erzählen zugleich von Machtverhältnissen, Handelswegen und Reisebewegungen. Das Stift verbindet das Thema mit dem historischen Blick auf das Unterwegssein und auf jene Vorstellungen von Welt, die sich in Karten über Jahrhunderte entwickelt haben.
„Karten auf den Tisch“ ist als Jahresausstellung im Stift Klosterneuburg zu sehen. Der Titel spielt bewusst mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs: Gemeint sind keine Spielkarten, sondern Landkarten mit ihren historischen, geografischen und gesellschaftlichen Bezügen.









