Lilli Tagger hat mit ihrem ersten Titel auf der WTA-Tour in Prag einen bemerkenswerten Sprung in die Tennis-Spitze geschafft. Die 18-jährige Lienzerin gewann das WTA-250-Turnier gegen Daria Snigur und verbesserte sich in der Weltrangliste auf Platz 45. Damit ist Tagger nun die zweitbeste Österreicherin hinter Anastasia Potapowa und zugleich die jüngste Spielerin in den Top 100.
Der Erfolg in Tschechien ist für Österreichs Tennis mehr als nur ein Turniersieg. Tagger, die am 17. Februar 2008 geboren wurde, hat innerhalb eines Jahres einen enormen Entwicklungsschritt gemacht: Vor zwölf Monaten lag sie noch auf Rang 519. Nun ist sie nach ihrem ersten Titel auf der Profitour so weit vorne klassiert, dass sie für die US Open noch rund 200 Punkte für eine Setzung brauchen würde.
Eine 18-Jährige setzt Maßstäbe
Mit ihrem Alter sticht Tagger international besonders hervor. In den Top 100 der Weltrangliste ist keine Spielerin jünger als die Österreicherin. Noch jünger als Tagger ist derzeit nur die gerade 18 gewordene Australierin Emerson Jones, die auf Rang 139 liegt. Dass Tagger bereits jetzt in dieser Konstellation auftaucht, unterstreicht die Rasanz ihres Aufstiegs.
Auch im Vergleich mit den besten Spielerinnen der Welt steht ihr früher Durchbruch heraus. Unter den aktuellen Top-10 haben nur wenige ihren ersten Titel in noch jüngerem Alter geholt. Coco Gauff gewann 2019 in Linz mit 15 Jahren und sieben Monaten, Amanda Anisimova siegte im selben Jahr in Bogotá mit 17 Jahren und sieben Monaten. Tagger reiht sich damit in eine Gruppe jener Talente ein, die früh auf der Tour Fuß fassen konnten.
Erster Titel, große Wirkung
Für den österreichischen Tennisverband ist Taggers Erfolg ein seltener Moment. Sie ist seit Sonntag die zehnte heimische Spielerin, die ein Turnier auf der WTA-Tour gewonnen hat. Zugleich sorgt ihr Titel dafür, dass Österreich wieder eine Spielerin hat, die in jungen Jahren international konkurrenzfähig ist und sich in kurzer Zeit deutlich nach vorne gearbeitet hat.
Taggers Sieg in Prag fällt zudem mit einer Phase zusammen, in der sich die Ranglistenplätze im Frauentennis schnell verändern können. Gerade für junge Spielerinnen wie sie ist ein solcher Turniererfolg oft mehr als ein Einzelresultat: Er bringt Punkte, Sichtbarkeit und die Chance auf direktere Zugänge zu den großen Turnieren. Für Tagger ist der Auftritt in Prag deshalb ein Ergebnis mit Signalwirkung weit über diese Woche hinaus.









