Beim Hochamt zum Auftakt des Villacher Kirchtags hat Propst-Stadthauptpfarrer Richard Pirker in seiner Predigt die Künstliche Intelligenz aufgegriffen und sie mit Fragen des menschlichen Herzens verknüpft. Der Gottesdienst markierte den Beginn des traditionsreichen Festes in Villach, das jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher anzieht.
Die Predigt setzte nicht auf kirchenferne Technikbegeisterung, sondern auf eine Gegenüberstellung von digitaler Effizienz und persönlicher Verantwortung. Pirker nahm damit ein Thema auf, das weit über den Kirchtag hinausreicht: Wie verändert Künstliche Intelligenz den Blick auf Entscheidungen, Beziehungen und Gewissensfragen? Im Rahmen eines Festgottesdienstes gewann diese Frage eine besondere Deutungsschärfe, weil sie in ein Umfeld gestellt wurde, das für Gemeinschaft, Brauchtum und persönliche Begegnung steht.
Der Villacher Kirchtag gilt als größtes Brauchtumsfest Österreichs und verbindet weltliches Feiern mit einem festen kirchlichen Auftakt. Gerade dieser Spannungsbogen zwischen Tradition und Gegenwart bietet Raum für Predigten, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen. Pirker nutzte diesen Rahmen, um die Besucherinnen und Besucher nicht nur auf das Fest einzustimmen, sondern auch zu einem Nachdenken über den Umgang mit moderner Technologie anzuregen.
Die Verbindung von KI und Seelsorge ist für die Kirchen längst mehr als ein theoretisches Thema. In der Debatte geht es um die Grenzen maschineller Antworten, um emotionale Nähe und um die Frage, ob Algorithmen menschliche Orientierung ersetzen können. Dass ein Pfarrer beim Kirchtags-Hochamt diesen Gedanken aufnimmt, zeigt, wie stark sich auch kirchliche Ansprachen mit den gesellschaftlichen Entwicklungen befassen müssen.
Für den Auftakt des Kirchtags bekam die Predigt damit einen zusätzlichen aktuellen Bezug. Sie verknüpfte das Fest mit einer größeren weltanschaulichen Frage: Was bleibt dem Menschen vorbehalten, wenn Maschinen immer mehr analysieren, sortieren und vorhersagen können? Genau an dieser Stelle setzte Pirker nach Angaben aus der Predigt mit seinem Blick auf die „Herzensangelegenheiten“ an.









