Tadej Pogacar hat mit seinem fünften Tour-de-France-Sieg eine neue Marke im Radsport gesetzt und ist damit alleiniger Rekordsieger der Frankreich-Rundfahrt. Der 27-jährige Slowene lässt seit Jahren Bestmarken purzeln und prägt den Sport inzwischen auf eine Art, die selbst für einen Ausnahmefahrer ungewöhnlich ist.
Der zuletzt wieder kolportierte Spitzname „Kannibale“ greift dabei zu kurz. Die Anspielung auf Eddy Merckx steht für Gier nach Siegen und totale Kontrolle, Pogacar verbindet diese Dominanz aber mit einem auffallend teamorientierten Auftreten. Auf dem Weg zu seinem fünften Gesamterfolg half er nicht nur sich selbst, sondern auch seinen UAE-Teamkollegen Isaac del Toro.
In Barcelona überließ Pogacar dem Mexikaner den Etappensieg, auf den schweren Bergetappen in der Schlusswoche stellte er sich in den Dienst des Teams und führte del Toro bis auf Rang drei im Gesamtklassement. Für einen Fahrer, der in Topform jederzeit noch mehr erreichen könnte, ist das bemerkenswert: Pogacar hätte in den drei Tour-Wochen deutlich mehr als seine fünf Etappensiege holen können.
Gerade darin liegt die Besonderheit seiner aktuellen Rolle im Profiradsport. Pogacar gewinnt nicht nur, er kontrolliert Rennen oft so früh und so klar, dass Spannung schon vor den entscheidenden Etappen aus dem Wettbewerb genommen wird. Nach dem dritten Tag war absehbar, dass er mit den größten Namen der Geschichte gleichziehen würde.
Mit dem erneuten Toursieg steht Pogacar nun auf einer Stufe mit den großen Legenden des Sports. Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain hatten zuvor die Bestmarken geprägt, die der Slowene nun übertroffen oder eingeholt hat. Dass er dabei längst nicht nur als Solist auftritt, macht seinen Erfolgszug umso bemerkenswerter.









